Donnerstag, 17. Mai 2012

Danza macabra

Danza macabra from Jochen Carbuhn on Vimeo.

Samstag, 18. April 2009

In der Zwischenzeit

Das beste an einem Plan zum Beispiel ist die Zeit, nachdem man ihn gefaßt hat und die Ausführung grade erst begonnen. Wenn man sich eine erste Zigarette, eine kleine Pause oder eine Mahlzeit zwischendurch gönnt.

Am Schlimmsten ist die Zeit, bevor man zum Ende kommen muß, weil es ja irgendwann einmal zuende sein muß, der Plan verwirklicht, das Projekt abgeschlossen und die Doktorarbeit geschrieben, die Zeit, in der die Vermutung nicht mehr zu halten ist, daß es jemals gut werden könnte, daß es nicht von allem Anfang an verhunzt ist, das schöne Werk, daß es gelingen könnte. Wenn die Zeit nicht mehr reicht, um das Ruder herumzureissen, in welche Richtung auch?, um noch was draus zu machen, die Inszenierung ganz anders aufzuziehen, die Zeit, in der man den Löffel, die schwarze Essensmarke, die Verantwortung, die Macht abgeben muß, wenn das stolze Schiff halbfertig verfrüht vom Stapel laufen muß ohne Kiel, Korken und Sekt, und dann untergeht mit Mann und Maus, aber nichtdoch. Schwimmt doch, geht doch.

Das schönste am Verreisen beispielsweise ist, wenn der Zug grade angerollt ist, in den man es mit Sack und Pack so grade eben noch geschafft hat, wenn man dann seine kalten Frikadellen auspacken kann. Alles geschafft, es hat alles geklappt, gleich mache ich ein Nickerchen. Draussen überland scheint die Sonne oder es regnet, es ist schön, man fährt hindurch. Wenn der Steigflug grade beendet ist, ist es am schönsten, wenn die Erfrischungen verteilt sind, ein Schläfchen lange vor dem Sinkflug in die Suppe, in der das Reiseziel sein soll.

Wir sehen so gerne, wie es kam, daß die Leiche da liegt. Es muß einen Grund geben und den gibt es auch. Die Gewalt ist nie sinnlos. Aber auch wenn es einfach ganz zwanglos in entspannter Atmosphäre ganz von selbst zuende ginge – auch daran wär doch immer einer schuld. Gewalt sehen wir nur, um uns daran zu gewöhnen, daß es oft ganz schrecklich wird, wenn es zu Ende geht. Damit wir keine Angst haben und wissen was kommen kann, es ist denen in Film und Fernsehen schon passiert. Dauernd sterben welche, alle sterben, aber wir werden nicht dafür belangt und uns passiert nichts, obwohl alle so gut wie tot sind, nichtmal Schnupfen kriegen wir.

Am besten ist die Zeit kurz vor dem Einschlafen, wenn die Stimmen aus dem Fernsehen so entfernt klingen und die Sätze aus dem Buch sich selber weitererzählen. Ich möchte wissen, was der Nachbar macht, daß diese Geräusche sich so anhören. Was redet der oder sind das die Radiofrequenzen, die das Gebäude, das zwischen uns steht, übriggelassen hat, die Waschmaschine, der Kühlschrank? Unter mir brummen die Elektromotoren und wummert die Rangierlok.

Am schönsten ist morgens das ganz kurze Aufwachen vom ersten Flugzeug und Wiedereinschlafen mit den Triebwerken über mir. Die beruhigen wie das Rauschen der Autos auf den Straßen vorn und hinten. Zwischen allen Verkehrsmitteln, zwischen den Frequenzen vom Sol zum Gel und wieder zurück, so bin ich entstanden und wabere vom Schlaf zum Halbschlaf zum Fenster. Hinein dringen unterschiedliche Moleküle, zum Beispiel das nasse Gras und das destillierte Harz, das Linoleum und die Gummimatten mit den Lederecken oder umgekehrt. Die Vögel machen Krach und ich bin wach.
Jetzt im Frühling, wo es schnell wieder immer länger hell wird, bricht die Nacht ganz unvermittelt an. Direkt nach dem Kaffee. An meinem Bett brennt die kühle Tageslichtleuchte. Seit ich erwachsen bin, kann ich nur noch bei Licht schlafen.

Wenn sie aus ihren Gräbern gekrochen kommen, dann kennen wir das schon. Früher hats uns gegruselt. Sie befanden sich zwischen Leben und Tod. Heute wissen wir: da befinden wir uns auch.

Samstag, 28. März 2009

Casa dell'Esorcismo

Casa dell'Esorcismo from Jochen Carbuhn on Vimeo.

Über Dämonen

Verehrte Israelreisende, Vatikanpilger, christliche Fundamentalisten, Spiritisten,
liebe Schlagerfans, Osterdekorateure und Träger der "wundertätigen Medaille"!
Sie stellen offenbar das Gros der Leserschaft dieser mystischen-mitternächtlichen Kurzandacht. Diese Zielgruppe hat der elektonische Dämon einer dubiosen Sekte namens Google aus den bisherigen Einträgen unserer Seite messerscharf kombiniert, und danach heimlich (wenn man sie über Google sucht) "passende" Werbung platziert.
Diabolisch.
Der gerechte Zorn blieb jedoch aus, da sich die Botschaften aus dem Konsumäther wohltuend vom üblichen Fitness/Finanzen/Fickeneinerlei abheben, und sie die Beiträge auf skurrile Weise konterkarieren.
Dem Dämon, der nicht auszutreiben ist, serviere man Kaffee und Kuchen, streichle das räudige Fell und singe ihm zu guter Letzt ein hübsch' Schlaflied: Liebe Sünder, pilgert nach Rom, Jerusalem oder sonstwohin, bitte stoppt gnadenlos Gotteslästerung wo immer sie Euch vor die Flinte läuft und tanzt an Ostern meinetwegen zu Schlagermusik bis zur Verzückung. Nur von dem Erwerb der "wundertätigen Medaille" möchte ich abraten: Seit Jahren im Besitz einer Testperson, ist ihr nachweislich kein einziges Wunder widerfahren, welches im direkten Zusammenhang mit dem Weißblechmedaillon stehen könnte!

(Einen weiteren Beweis für die Existenz von Teufelchen inmitten einer dubiosen Sekte, liefert ein kürzlich zugespieltes Überwachungsvideo aus dem Petersdom. Wir ahnten es bereits: Wo sich mehr als drei in seinem Namen versammeln, da bleibt wenig von seinem Namen übrig)

Montag, 24. März 2008

Turiner Grabtuch doch „echt“?

Das legendäre Grabtuch von Turin, das den Leichnam Jesu bedeckt haben soll, ist nach Auffassung des italienischen Wissenschaftlers Giulio Fanti echt. Es sei keinesfalls eine Fälschung aus dem Mittelalter. In der Auswertung der Radiokarbon-Analysen, denen das Tuch 1988 unterzogen wurde, gebe es nachweislich Berechnungsfehler, sagte der Professor für mechanische und thermische Prüfverfahren. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Leinen aus dem Mittelalter und nicht aus der Antike stamme, bezifferte Fanti auf nur 1,2 Prozent.

Ostermontag



nicht sehen und doch glauben

Sonntag, 23. März 2008

Erzbischof kritisiert TV-Programm an Ostern

Der Münchner Erzbischof Reinhard Marx hat das Osterprogramm der privaten TV-Sender kritisiert. Entscheidungen, Actionfilme wie den Streifen „Stirb langsam“ an Karfreitag zu zeigen, ließen einen angemessenen Umgang mit der Osterbotschaft vermissen, sagte Marx in einem am Samstag vorab veröffentlichten Interview der „Bild am Sonntag".

Ostersonntag II



meinte es sei der Gärtner

Ostersonntag I



was sucht ihr den Lebenden bei den Toten

Vatikan: Taufe eines prominenten Muslims durch den Papst erregt Aufsehen

Dass der Papst in der Osternacht einen früheren Moslem getauft hat, führt zu Reaktionen in der islamischen Welt. Benedikt XVI. hatte im Petersdom den italienischen Journalisten Magdi Allam getauft; der Vize-Direktor der Tageszeitung „Corriere della Sera“, dessen Familie aus Ägypten stammt, ist schon seit längerem ein offener Kritiker von islamischem Fundamentalismus.

Samstag, 22. März 2008

Bin Laden droht dem Papst

El-Kaida-Führer Osama bin Laden hat in einer neuen Audiobotschaft der Europäischen Union wegen der wiederholten Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen mit einer „schweren Strafe“ gedroht. Die Zeichnungen seien „Teil eines Kreuzzuges“ gegen den Islam. Der seit Jahren gesuchte Terrorist beschuldige zudem den Papst, in die Publikation der Karikaturen involviert zu sein. Bisher hat der Vatikan keinen Kommentar zu den neuen Drohungen des Terroristenführers abgegeben.

Karsamstag II



wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür

Karsamstag I



wagte es und bat um den Leichnam

Freitag, 21. März 2008

Satanistenopfer als Märtyrerin anerkannt

Der gewaltsame Tod von Sr. Maria Laura Mainetti ist als Martyrium anerkannt worden. Die Ordensfrau war bei einem satanischen Ritual von drei noch jugendlichen Mädchen umgebracht worden. Die dem Orden der „Töchter vom Heiligen Kreuz“ angehörende Schwester arbeitete in der Lombardei als Lehrerin und leitete eine Schwesterkommunität. Die Jugendlichen wurden zu zwölf bzw. acht Jahren Gefängnis verurteilt, die sie im Offenen Vollzug abbüßen. Alle drei jungen Frauen bereuen mittlerweile ihre Tat und engagieren sich in der katholischen Kirche.

Karfreitag II



selig sind die Leiber, die nicht geboren haben und die Brüste, die nicht genährt haben

Karfreitag I



wir haben keinen König denn den Kaiser

Donnerstag, 20. März 2008

Vatikan: Cordes verteidigt Karfreitagsfürbitte

Kurienkardinal Paul Josef Cordes hält die Kritik des Zentralrats der Juden an der Karfreitagsfürbitte im außerordentlichen Messritus für unberechtigt. In einem Interview sagte Cordes am Donnerstag, wenn Christus gekommen sei, um den Menschen Heil zu bringen, dann dürfe man den Christen nicht vorwerfen, dass sie für eine Hinwendung der Juden zu Jesus Christus beten.

Gründonnerstag



meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt hier und wacht mit mir

Mittwoch, 19. März 2008

Vatikan: Eine Woche Urlaub

Das gibt es nur im Vatikan: Die Angestellten im Papst-Staat haben um Ostern herum fast eine Woche lang frei. Der Reigen der Feiertage beginnt mit diesem Mittwoch und reicht bis zum kommenden Dienstag. Allerdings bedeuten die Kar- und Ostertage für die meisten Vatikan-Mitarbeiter in der Regel mehr Arbeit – angesichts der liturgischen Feiern des Papstes, die sie mitorganisieren und betreuen. Papst Benedikt XVI. will nach dem Ostersegen am Sonntag den Vatikan verlassen und ein paar Tage in seiner Zweitresidenz Castel Gandolfo am Albaner See verbringen.

Der Eifer um dein Haus wird mich fressen

Montag, 10. März 2008

Zur Nacht

So endet also unsere kleine Geschichte vom Beginn des Lebens im Inneren der Quetschperle, die wir Welt nennen. Wir nahmen Anteil, erschraken und rückten ab – doch nur um umso näher hinzuzutreten – und sahen: uns selbst. Ein Facettenreichtum spiegelte sich in uns wider, daß wir davon Facettenaugen bekamen.

Wie oft hatten wir von unseren Müttern den Tadel gehört: Du machst dir die Augen kaputt!, wenn wir versessen starrten und darauf harrten, was sich neues tat. Und nun hatten wir den Salat.

Jetzt ist es an euch, ihn auszu

Dienstag, 4. März 2008

8.

Sonntag, 24. Februar 2008

7.

Mittwoch, 13. Februar 2008

6.

Montag, 4. Februar 2008

5.


I. Cinecittà
II. Praedicatio
III. Ostern
IV. Mystic Trip To Mars
V. Advent
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